ERYTHERMALGIE
Primäre (idiopathische) und sekundäre (symptomatische)
Erythermalgia
(ICD I 73.8)
Der Begriff
Der Wortteil "Ery" kommt von "Erythro" und bedeutet "rot" bzw. "rotes Blut", "therm" weist auf Hitze, erhöhte Temperatur hin und "algie" steht für Schmerzen (hier Gliederschmerzen).
Die Erythermalgie wird auch als Eryt hromelalgie bezeichnet, was aber nicht ganz unumstritten ist.
Bei der Erythermalgie (engl. Erythermalgia) liegt eine Hauterkrankung mit Durchblutungsstörung vor. Diese Störung beruht aber nicht auf Blutmangel sondern auf einer überschießenden Durchblutung.
Die Krankheit kann in 2 Formen auftreten:
Die symptomatische Form kann auf folgende Krankheiten zurückzuführen sein:
Die Symptome (= Krankheitszeichen)
Die Erythermalgie ist gekennzeichnet durch brennende, schmerzhafte Sensationen im Bereich der Füße, (seltener) aber auch der Hände. Wärme verstärkt die Beschwerden. Die Schmerz bereiche sind häufig gerötet (deshalb der Begriff "erythro" in der Krankheitsbezeichnung), teilweise aber auch zyanotisch (= bläulich verfärbt), was dann zu einer Verwechslung mit der Raynaud Krankheit führen kann. Manchmal treten auch Schwellungen bzw. Ödeme (= krankhafte Flüssigkeitsansammlungen) auf.
Die Erythermalgie (Erythermalgia) befällt sowohl Männer als auch Frauen im mittleren Lebensalter.
Differentialdiagnostisch (= welche Krankheiten außer Erythermalgie sonst noch in Frage kommen) ist an das Burning-feet-Syndrom und das Restless-legs-Syndrom zu denken.
Therapie
Bei der symptomatische
n Form muß natürlich zunächst die Grundkrankheit kausal
(= ursächlich)
behandelt werden.
Ansonsten kann zur medikamentösen Behandlung der Erythromelalgie
Clomipramin, ein trizyklisches
Antidepressivum, auch im Sinne einer
Schmerzdistanzierung,
versucht werden. Manche Patienten sprechen gut auf das Antikonvulsivum
(= eigentlich ein Mittel
gegen Krampfanfälle, aber auch bei Brennschmerzen bzw. neuropathischen Schmerzen
sehr hilfreich) Gabapentin an.
Auch die Verabreichung von ASS kann zu einer deutlichen
Beschwerdelinderung führen (z.B. 500mg alle 3-4 Tage
http://ubm.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2005/750/pdf/diss.pdf ).
Ein weiterer Therapieansatz ist eine Infusionsserie mit Lidocain
(= ein mittellang wirkendes,
örtliches Betäubungsmittel)
erwiesen. Dabei werden unter
Pulskontrolle (Monitor) in aufsteigender Dosierung jeweils 50, 100 u. 150 mg
gelöst in 200 ml Kochsalz 0,9% mit Hilfe einer Infusionspumpe (z.B. Infusomat)
innerhalb eine Stunde verabreicht, wobei sicherheitshalber ein Abstand von 24
Stunden zwischen den einzelnen Infusionen eingehalten werden sollte. Bei der
angegebenen Dosierung steht nicht eine (unerwünschte) Gefäßdilatation im
Vordergrund, sondern die Wirkung auf die spannungs-gesteuerten Natriumkanäle.
Eine ähnliche Struktur wie Lidocain weist das Antiarrhythmikum
(= Mittel gegen
Rhythmusstörungen des Herzens)
Mexiletin auf. Dieses Medikament wird oral
(= über den Mund) verabreicht.
Bei der Erythromelalgie sollte (einschleichend) eine Dosis von 3 x 200mg
erreicht werden (Quelle).
Lokal (= örtlich) soll ein Gel sehr hilfreich sein, bestehend aus 1% Amitriptylin und 0,5% Ketamin, als Basis dienen Polyethylen (5,0 g) und dickflüssiges Paraffin (ad 100,0 g). Quelle: http://www.schattauer.de/index.php?id=1726&L=0&no_cache=1&artikel=21164
Zur Behandlung weiterhin bestehender
Schmerzen bei
Erythermalgie kommt die
therapeutischen Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika) in Form
längerfristiger (2 bis 3 Wochen),
kontinuierlicher Blockaden
(= Betäubungen)
mit Katheter (*siehe unten) zum Einsatz. Zur Kompensation der
sympathikolytischen
(= gefäßerweiternden) Wirkung ist
evtl. zu empfehlen, während der Therapie die Füße zu wickeln und/oder das
Lokalanästhetikum
(=
örtliches Betäubungsmittel)
mit einem Vasokonstriktor
(= Mittel,
das die Blutgefäße verengt) zu kombinieren.
Für die Hände eignet sich die
kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis
(= Armnervengeflecht)
mit Katheter*.
Bei herabgesetzter
Lokalanästhetika
konzentration (z.B. 10 bis 15 ml Bupivacain, 0,1 bis 0,15%) bleibt die
Motorik (=
Muskelkraft) erhalten, so daß die
Patienten in ihrer Aktivität nicht eingeschränkt werden.
Die Methode kann zeitgleich beiderseits durchgeführt werden, aus
Sicherheitsgründen sollte bei repetitiver Applikation
(= wiederholter Einzelverabreichung)
diese alternierend (=
im Wechsel) erfolgen.
Für die Füsse eignet sich bei Erythermalgie (Erythermalgia) die kontinuierliche Blockade des N. ischiadicus mit Katheter* (Klatt et Lees er, Schmerz therapiezentrum Bad Mergen theim, 1994).
Die Durchführung kontinuierlicher Blockaden mit Katheter* erfordert in der Regel einen stationären Aufenthalt. Im ambulanten Bereich kommen hauptsächlich single-shot-Blockaden (= Einzelbetäubungen) in engmaschiger Serie zur Anwendung, wobei es aber wenig Sinn macht und auch nicht hilfreich ist, wenn diese Blockaden nur 1-2 mal wöchentlich erfolgen.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schmerz gedächtnis zu löschen.
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation, weil damit die betroffenen Patienten oftmals überhaupt erst in einen rehabilitationsfähigen Zustand gebracht werden können. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).
Laut der
Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem 1.4.2007
alle
gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine
Rehabilitation und
können sich ihre
Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen . Lesen Sie dazu
auch einen
Brief an
die Aufsichtsbehörden.
Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen.
Danach hat ein Schmerzpatient
ein Recht darauf, in einer
schmerztherapeutischen Klinik
behandelt zu werden.
Hier
gelangen Sie zu einem 1. Urteil (Sozialgericht Kassel). Mittlerweile gibt es diesbezüglich
zwei weitere Urteile, so vom
Landessozialgericht Hamburg:
http://www.schmerz.com/schmerze n/sozialgericht2
und vom Sozialgericht Köln erging eine entsprechende, einstweilige Verfügung in
nur 23 (!!) Tagen:
www.schmerz.com/schmerze
n/sozialgericht3.
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ein Arzt zu konsultieren! Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen
wir auch keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der
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Eine Auswahl weiterer
Schmerzthemen
Zu
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Aktualisiert:>09.07.2008</> kusb&
L
Laryngeus-superior-Neuralgie,
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Lumbago (www.lumbago.eu),
lumbaler Bandscheibenvorfall,
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Zeckenbiß),
Lyme Krankheit (www.lyme-krankheit.com),
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M
Mammaamputation,
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Meralgia paraesthetica,
metabolische Polyneuropathie,
Metatarsalgie,
Migräne (www.1-migraene.de)
(1),
Migräne (www.migraene.co.uk)
(2),
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(3),
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Morbus Baastrup,
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Morbus Crohn (www.verwachsungsbauch.de/morbus-crohn)
(1) Morbus Crohn (www.morbus-crohn.org)
(2),
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http://www.erythermalgie.de <strong>Primäre</strong> <strong>idiopathische</strong>
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<strong>Erythermalgia</strong>